Traumdeutung
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Traumdeutung ist das Verfahren zur Zuordnung von Bedeutungen, um Träume zu entschlüsseln. In vielen der alten Gesellschaften, darunter Mesopotamien, Ägypten Griechenland und Rom wurde der Traum als übernatürliche Mitteilung oder ein Mittel der göttlichen Intervention aufgefasst, dessen Botschaft man entschlüsseln könnte. In der heutigen Zeit wetteifern verschiedenen Schulen der Psychologie und Esoterik um die richtige Theorie zur Bedeutung der Träume. Es gibt aber nach wie vor viele Experten, die jede Traumdeutung für groben Unfug halten. Traumdeutung wurde als Teil der Psychoanalyse am Ende des 19. Jahrhunderts sehr bedeutsam, insbesondere durch einen gleichnamigen Buchtitel des Wiener Arztes Siegmund Freud. Nach diesem manifestieren Inhalte eines Traums zu Grunde liegende seelische Konflikte. Ein Traum wird analysiert, um seine latente Bedeutung für die Psyche des Träumers in der Psychoanalyse zu entwickeln. Eine der grundlegenden Arbeiten zu diesem Thema ist die Deutung der Träume, die Sigmund Freud bei einer Vielzahl von Patienten vorgenommen hat. Allerdings muss beachtet werden, dass die Leistung der Psychoanalyse durch das ungesteuerte Selbstgespräch des Patienten zustande gebracht werden soll. Nach diesem Verständnis bringt nicht Freud oder der Analytiker die Traumdeutung zustande -sondern der Patient selbst. Freud fordert von diesem das Außer-Acht-Lassen der offensichtlichen Verbindungen zwischen den Elementen in einem Traum und das Sammeln von Ideen, die mit jedem einzelnen Element des Traums mittels freier Assoziation zum praktischen Lebensvollzug gesetzt werden. Aus diesem Material gelangt der Patient zu den latenten Traum-Gedanken, hinter der seine Komplexen versteckt sind. Da Freuds Verfahren nicht direktiv sondern kommunikativ mit den eigenen Komplexen umgeht, wird es auch heute noch von vielen Praktikern als rationale Methode der Psychotherapie verwandt und weiterentwickelt. Freund großer Schüler und späterer Kritiker Carl-Gustav Jung brachte eine andere Sicht auf die Traumdeutung. Jung glaubte, dass Freuds Begriff der Träume als Darstellungen von unerfüllten Wünschen zu simpel und naiv sei. Jung war überzeugt, dass der Anwendungsbereich der Traumdeutung größer aufgezogen werden müsse, weil nur so der Reichtum und die Komplexität des gesamten unbewussten, persönlichen und kollektive Seins einbezogen werden könnte. Jung glaubte, dass sogenannte Archetypen (allgemeine Muster, die jedem Menschen als Ängste oder Wünsche eingebrannt sind) sich in Träumen zeigen und symbolische Gestalt annehmen. Dies werde an Typen wie "alter Mann", "junges Mädchen" oder "Riesenspinne" deutlich, die man oft in Träumen wiederfindet. Obwohl ein wesentlicher Teil der Träume eine innere Psyche repräsentieren, sollten die Träume zugleich auf externen Persönlichkeitseigenschaften hindeuten. |
Jung glaubte also, dass Träume unvermeidliche Wahrheiten, philosophische Aussagen, aber auch gewünschte Illusionen, wilde Fantasien, Erinnerungen, Pläne, Erfahrungen und sogar telepathische Visionen umfassen könnte. Mit letzterem verließ er dann den Bereich der Wissenschaft, die zu jener Zeit nach interner Anspruch die Psychoanalyse noch war. Jung wurde zum Ausgangspunkt vieler esoterischer Schulen, bei der Traumdeutung einen zentralen Stellenwert hat. Es geht hier darum verborgene Wirklichkeiten offenbar werden zu lassen. Die Konzepte sind hier recht vielfältig und bedürfen einer kritischen und umfassenden Betrachtung. Für die Traumdeutungswüsche der potentiellen Kunden relevant ist allerdings, dass viele Praktiker im esoterischen Bereich keine nachvollziehbare Qualifikation vorweisen können. Die Traumdeutung ist aber nach wie vor in vielen psychoanalytischen Richtungen aber auch in Philosophie und Wissenschaften noch ein relevantes Thema. In der Gestalttherapie sind Träume existenzielle Botschaften der Person an sich selbst. In der Gruppen-Therapie wird dann eine szenische Darstellung des jeweiligen Traum umgesetzt und dem Dialog zugeführt. Heidegger sieht den Traum als Daseinsanalyse des In-der-Welt-Seins. Träume gäben Aufschluss von der Offenheit oder Verschlossenheit in Bezug auf die eigenen Seinsmöglichkeiten. Die klientenzentrierte Psychotherapie orientiert sich dagegen am tatsächlichen manifesten Trauminhalt. Bei einer Interpretation geht es vor allem um die Traumstimmung, Traumwahrnehmung und Traumhandlung als Möglichkeit zur Selbstaktualisierung. Wissenschaftliche Konzepte von Traumdeutung setzen eher an der Verknüpfung mit den Tagerlebnissen des vorangegangenen Tags an. So könnten unbearbeitete Vorgänge oder vergesse Tätigkeiten der To-Do-List im Traum hervorkommen und auch bearbeitet werden. |

